Aufgaben und Funktionen von Nabelschnurblut - Vorteile von Nabelschnurblutstammzellen gegenüber Stammzellen aus Knochenmark
Die Behandlung mit Stammzellen aus Nabelschnurblut geht in ihrer erstmaligen Anwendung und ihrer Weiterentwicklung auf die französische Ärztin Eliane Gluckmann zurück, die dieses Verfahren 1988 erstmals in Paris nutzte um ein Kind zu behandeln, das an einer sogenannten Fanconi-Anämie erkrankt war.
Vielfältiger Einsatz in der Medizin
Seither wurden immer weitere Verfahren und Methoden zum Einsatz von Stammzellen aus Nabelschnurblut erforscht, wodurch sich vielseitige Einsatzmöglichkeiten in der Medizin entwickelt wurden. Nabelschnurblut wird nicht zuletzt auch dafür verwendet, um mit den darin enthaltenen Stammzellen das blutbildende System wieder herzustellen.
Im Laufe der Jahre wurden alleine bis 2004 ungefähr 5.000 bis 6.000 Therapien mit Nabelschnurblutstammzellen durchgeführt. Diese Behandlung erfolgt in der Regel als eine sogenannte Fremdtransplantation, die als eine der Formen einer Stammzelltransplantation zum Einsatz kommt.
Welche Vorteile besitzen Nabelschnurblutstammzellen gegenüber Stammzellen aus Knochenmark?
Nabelschnurblutstammzellen haben gegenüber von Stammzellen aus Knochenmark mitunter erhebliche Vorteile. Die Entnahme des Nabelschnurblutes ist ein sehr risikoarmer Prozess. Des weiteren ist es auch möglich, eine Bevorratung von passenden Stammzellen-Präparaten für Kinder mit einer gemischten Herkunft sowie für die Angehörigen einer ethnischen Minderheit anzulegen. Ein weiterer − sehr wesentlicher − Vorteil ist auch die sehr geringe Kontamination mit möglicherweise vorhandenen Tumorzellen oder Viren. Durch eine Kryokonservierung (Langzeithalterung von Stammzellen) ist deren sofortige Verfügbarkeit gewährleistet, was sich ebenfalls sehr nutzenbringend auf eine medizinische Notfallbehandlung auswirken kann. Auch dann, wenn die HLA-Merkmale des Empfängers und des Spenders nicht übereinstimmen gibt es bei Stammzellen aus Nabelschnurblut immer noch eine bessere Verträglichkeit als bei den Stammzellen aus Knochenmark.
Hohes Vermehrungspotenzial von Stammzellen
Davon abgesehen, dass man es hier auch mit einem hohen Vermehrungspotenzial der Stammzellen aus Nabelschnurblut im Vergleich zu denen aus Knochenmark zu tun hat, liegt zudem auch ein hohes Differenzierungspotenzial vor, welches sich ebenfalls günstig auf eine etwaige Behandlung auswirkt. Im Bedarfsfall kann somit schnell, und mehr oder weniger unkompliziert eine sofortige Bereitstellung erfolgen, so dass die zeitraubenden Koordinationen zwischen den Knochenmarkzentren und den Transplantationszentren entfallen.
Zudem konnte in langfristig angelegten Studien nachgewiesen werden, dass Stammzellen aus Nabelschnurblut mindestens 15 Jahre haltbar und verwendbar sind.
