Transplantation von Stammzellen aus Nabelschnurblut - Stammzellentherapie
Der wesentliche Nachteil einer Transplantation von Stammzellen aus Nabelschnurblut im Vergleich zu einer Stammzellentherapie mit Stammzellen aus dem Knochenmark liegt in der geringen Menge der vorhandenen bzw. nutzbaren Stammzellen. Dies wird bei der Behandlung erwachsener Patienten zu einem Problem, da diese nur dann möglich ist, wenn die Stammzellen in einer ausreichenden Menge vorliegen.
Eine Alternative ist dabei die gleichzeitige Transplantation von zwei Nabelschnurblutpräparaten, denn die Stammzellentransplanteure empfehlen derzeit eine optimale Zelldosis zwischen 10 Millionen und 30 Millionen sogenannter kernhaltiger Zellen. Dieses Maß bezieht sich auf das Körpergewicht in Kilogramm des Patienten. Zu beachten ist weiterhin, dass dieses Maß angegeben wird, wenn der Spender und der Empfänger von Stammzellen nicht identisch sind, es also um eine sogenannte allogene Transplantation geht. Kann diese Zelldosis mit einem einzigen Präparat nicht erreicht werden, so kombiniert der Facharzt hier zwei geeignete Präparate, um die notwendige Dosis an kernhaltigen Zellen erreichen zu können.
Allogene Transplantation vs. Autologene Transplantation
Zu unterscheiden ist dabei zwischen einer allogenen Transplantation und einer autologen Transplantation. Die allogene Transplantation ist eine Fremdtransplantation, bei der zum Beispiel ein erkranktes Familienmitglied mit den Stammzellen eines anderen Familienmitglieds behandelt wird. Die autologene Transplantation liegt als Eigentransplantation immer dann vor, wenn Spender und Empfänger der Stammzellen aus dem Nabelschnurblut die gleiche Person sind.
Medizinischer Einsatz: Stammzellentherapie
Die Therapie mit Stammzellen aus Nabelschnurblut gewinnt derzeit sowohl zur Fremdtransplantation als auch zur Eigentransplantation (vor allem in Behandlung von schweren und krebsartigen Erkrankungen des blutbildenden Systems, wie zum Beispiel bei Leukämie) zunehmend an Bedeutung. Verantwortlich für diese Entwicklung sind die gravierenden Vorteile einer solchen Behandlung gegenüber einer Therapie mit Stammzellen aus dem Knochenmark. Zu nennen sind hier zum Beispiel eine bessere Verträglichkeit und vor allem die sofortige Verfügbarkeit. Derzeit wird in Japan bei etwa 50 % aller entsprechenden Erkrankungen bei Kindern und Erwachsenen gleichermaßen die Stammzellentherapie aus Nabelschnurblut durchgeführt. In den USA wird sie bei 20 % aller Erkrankungen angewendet.
